„Windige“ Bilanzen – die letzte Sitzung des Gemeinderates

Neben der Verabschiedung des Haushaltsplans  2017 (einstimmig) war der Bericht des GF der Bürgerwind Berg, Robert Sing, ein wichtiger Tagesordnungspunkt in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2016. Hier fiel die Bilanz etwas verhalten aus: Statt  eines statistisch erwarteten Jahresergebnisses von  24,5 GWh haben die vier Anlagen bis zum 13.12.16 nur 20 GWh erbracht. Nachdem lt. Wetterprognosen auch die verbleibenden 2 Wochen des Jahres 2016 auf Grund der anhaltenden Hochdrucklage eher als windschwach prognostiziert werden, rechnet Sing mit nur noch 150.000 € für die verbleibenden 2 Wochen. Damit hätte die Bürgerwind Berg etwa 1,9 Mio € aus den Einspeisevergütungen eingenommen.
Neben dem vergleichsweise schwachen Windjahr waren auch die häufigen Abschaltungen aufgrund des Fledermausfluges verantwortlich dafür, dass der Ertrag geringer ausfallen wird.
Dennoch wurde ein Gewinn erwirtschaftet.  Alle Anlagen gingen noch im Jahr 2015 ans Netz und profitieren von der höheren Einspeisevergütung. Darüber hinaus blieben die Baukosten hinter den Berechnungen zurück. Außerdem konnte mehr als vorgesehen getilgt werden. Die Anleger dürfen sich also auf eine Ausschüttung freuen.

Laut mehreren Forschungsinstituten nimmt Bayern beim Klimaschutz im Bundesländer-Vergleich das Schlusslicht ein. Die Berger Windräder allein werden daran nichts ändern.  An der CO2  Bilanz des Landkreises aber schon!

4 Kommentare
  1. Peter Schally
    Peter Schally says:

    Der Beitrag ist ein typisches Beispiel für das Wort des Jahres „postfaktisch“
    „die Bilanz fiel etwas verhalten aus“
    Hier einmal die Fakten:
    Ertrag im Windgutachten: 28,5 Mio kWh
    erwartetes Jahresergebnis wegen eines rein wirtschaftlichen
    Risikopuffers: 24,5 Mio. kWh
    tatsächliches Jahresergebnis: 20,8 Mio kWh
    wie man bei 27% Verlust von „etwas verhalten“ sprechen kann ist unverständlich und grenzt an Realitätsferne.
    1,9 Mio EUR hat die Bürgerwind aus Einspeisevergütungen für ca. 20 Mio kWh eingenommen. Diese Menge Strom hätten die Netzbetreiber auch um ca. 600 000 € an der Strombörse kaufen können. Das ist eine staatlich verordnete Umverteilung von arm nach reich, d.h. von den meist weniger betuchten Verbrauchern zu den
    oft wohlhabenderen Investoren in Windkraftanlagen.
    „vergleichsweise schwaches Windjahr“
    das ist schlichtweg falsch, denn 2016 war von den letzten 5 Jahren das zweitstärkste Windjahr.
    „Dennoch wurde ein Gewinn erwirtschaftet“
    Wie man bei diesen Zahlen von Gewinn sprechen kann ist zumindest im wirtschaftlichen Sinn unbegreiflich.
    Warum blieben denn die Baukosten hinter den erwarteten Kosten zurück?

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    • Sissi Fuchsenberger
      Sissi Fuchsenberger says:

      Sehr geehrter Herr Schally,
      vielen Dank für Ihren Beitrag.
      Soweit ich aus dem Verkaufsprospekt nachvollziehen kann, wurde der „Risikopuffer“ eingebaut, weil die Ertragsprognose keine betriebsgemäßen Verluste zwischen Windrad und Einspeisestelle vorsieht. So wurde wegen Leitungs- und Trafoverlusten sowie Serviceabschaltungen ein Minderertrag von 5 % gegenüber der Prognose eingerechnet.
      Für genehmigungsrelevante Abschaltungen (z.B. wegen Fledermausflug) wurden weitere 10 % Ertragsminderung berücksichtigt.
      Deshalb wurde die mittlere Ertragserwartung im Verkaufsprospekt mit 24,465 GWh pro Jahr angegeben.
      Das Jahresergebnis für 2016 liegt in knapp 2 Wochen vor. Man darf einen unterdurchschnittlichen Wert in diesem ersten Jahr erwarten. Die folgenden 19 Jahre bleiben abzuwarten.
      Die endgültige Jahresbilanz wird der Gesellschafterversammlung vorgetragen werden. Dieser wird sicherlich auch die günstige Entwicklung der Baukosten erläutert. Ich habe aber keinen Einfluss darauf, ob die Kommanditisten eine Veröffentlichung dieser Daten befürworten.

      Beste Grüße, Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für 2017

      Elisabeth Fuchsenberger
      Gemeinde- und Kreisrätin

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      • Peter Schally
        Peter Schally says:

        Sehr geehrte Frau Fuchsenberger,
        die Angaben in dem Verkaufsprospekt sind aus technsch-physikalischer Sicht – und nur auf diese beziehe ich mich – vollkommen unerheblich.
        Diese Angaben müssen die Kommanditisten mit den zuständigen Planern und Errichtern ausmachen und sie tun es auch wohl, wenn sie nun erneute Windmessungen in Auftrag geben.
        Mir geht es um die Darstellung der technisch-physikalischen Tatsachen in dem Beitrag; die Verluste der Kommanditisten interessieren mich überhaupt nicht. Von den Befürwortern der WKA wurden der Öffentlichkeit Zahlen genannt, die sich als vollkommen haltlos erweisen. Der Ortsverband der SPD hat sich diese Zahlen, trotz massiver Zweifel von vielen Fachleuten zu eigen gemacht und jegliche Kritik daran
        immer wieder zurückgewiesen. Dafür sollte der Ortsverband auch die Verantwortung übernehmen.
        Der letzte Satz des Artikels lässt dieses aber zweifelhaft erscheinen.
        Ihre Hoffnung auf eine Verbesserung der Zahlen bis zum Jahresende teile ich nicht, da zum einen die derzeitige Hochdrucklage keine Verbesserung bewirkt und
        für eine Jahresbilanz auch die schon in 2015 erbrachten elektrischen Arbeiten berücksichtigt werden müssen.
        Auch Ihre Hoffnung für die 19 verbleibenden Jahre teile ich nicht.
        Ihr letzter Satz deutet darauf hin, dass zukünftig wohl eine Veröffentlichung von Daten durch die Betreiber nicht mehr zustande kommt. Ist das dann die Transparenz, die gerade von Ihrer Partei immer eingefordert wird?
        Mit freundlichen Grüßen
        Peter Schally

        Antworten
        • Sissi Fuchsenberger
          Sissi Fuchsenberger says:

          Warten wir’s doch einfach ab:
          a) die Erträge der folgenden 19 Jahre
          b) die Entscheidung der Kommanditistenversammlung

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